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Die Krise, Harald 50 Jahre alt und Führungskraft

Der Beginn eines Jahres ist meist gekennzeichnet von der Tatsache, dass Menschen merken, dass eigentlich alles wieder weiterläuft wie bisher.

Nur, wenn wir selbst Veränderungen vornehmen, nur dann verändert sich auch wirklich etwas in unserem Alltag.

Unser ersten Blog Beitrag im neuen Jahr widmet sich dem Thema Klarheit und Sortierung.

Anhand eines Fallbeispiels möchte ich heute verdeutlichen, wie das Akzeptanz- und Commitment Coaching (ACC) in der Praxis Anwendung findet.                        Auch die kommenden Blog-Beiträgen werden Fallbeispiele beschreiben und unterschiedliche Übungen aufzeigen, für eine Herangehensweise an spezielle Problemsituationen der Ratsuchenden. Die Übungen können bei Interesse gerne kostenlos bei uns angefordert werden.

In unserem ersten Beispiel geht es um das Thema der Midlife-Crisis.

Unser Fallbeispiel beschreibt eine Führungskraft, die auf ihrem Arbeitsplatz schon seit längerer Zeit ein Gefühl der Überforderung hat. Diese Überforderung zeigt sich in Schlafproblemen, Gereiztheit und dem Gefühl eines allgemeinen Unglücklichseins. Harald, wie wir den Coachee hier nennen wollen, zweifelt daran, dass er einfach so weitermachen kann. Im ersten Gespräch stellt sich heraus, dass hier in erster Linie eine Sortierung und Klärung der unterschiedlichen Belastungssituationen stattfinden sollte.

Das Problem zeigt sich vor allen Dingen darin, dass Harald den Eindruck gewonnen hat, ohne eine Veränderung, die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Er führt einen sinnlosen und mit hohen Kosten verbundenen Kampf, um die Kontrolle über sein Leben zu bekommen. Ziel des Coaching ist es, den Ratsuchenden dahin zu führen, diesen Kampf zu erkennen und aufzugeben.

In dieser Problemsituation muss nach ACC die Bereitschaft entwickelt werden, die schwierigen und negativen Gefühle und Gedanken zu haben. Das nennt man Akzeptanz.

Im ersten Schritt habe ich mit Harald gemeinsam sortiert, welche Dinge überhaupt in seiner Verantwortung stehen. Dazu bediene ich mich einem sogenannten Veränderungskreis. Diese Übung hilft zu verstehen, welche Dinge wir annehmen müssen, weil sie nicht veränderbar sind.  Zudem welche Dinge eine Chance auf Veränderung haben. Und letztlich, die aus meiner Sicht wichtigste Erkenntnis, was wir wirklich konkret verändern können.

Harald aus unserem Fallbeispiel drückte sich zum Beispiel gerne vor unangenehmen Gesprächen. Er war ein Meister in der Nutzung seines „Kopfkinos“. Das lange Aufschieben von Klärung hatte allerdings auch seinen Preis. Als Führungskraft nutze er Einzelgespräche mit seinen Mitarbeitern nur sporadisch und mit schwierigen Mitarbeitern sprach er gar nicht. Dies führte immer mehr zu dem Problem, dass sein Vorgesetzter ihn häufig, auch vor anderen, kritisierte. Er zweifelte zunehmend an seinem Arbeitsplatz. Es half sehr während im Coaching einen Leitfaden für Mitarbeitergespräche zu erarbeiten.  Die Gespräche zeigten dann, dass viele Dinge nicht in seiner Verantwortung liegen und er auch keine Kontrolle ausführen muss. In seiner Rolle als Führungskraft konnte er nun in den meisten Fällen für eine Klärung der Situation sorgen.

Harald lernte nun erst einmal erlebnisoffen in eine Situation hereinzugehen und das Vertrauen zu entwickeln, das es immer einen Weg gibt.

Er entwickelte sich im Laufe seines Lebens zu einem sogenannten Erlebnisvermeider. Auch im Privatleben bevorzugte er die Kontrolle über das vermeintlich steuerbare Leben, als den Genuss es einfach geschehen zu lassen und das Leben zu spüren. Aus Angst die Kontrolle zu verlieren führt es auch oft dazu, dass er sich schwerlich auf Beziehungen einlassen konnte. Harald konnte sich im Laufe unserer Zusammenarbeit in diesem Punkt gut weiterentwickeln. Er fühlte sich entlastet und verließ das „ein oder andere Schlachtfeld“ mit dem Gefühl, dass sich dieser Kampf nicht lohnt. Parallel verbesserten sich seine Schlafprobleme. Er begann nicht mehr an allem zu zweifeln, sondern übernahm die Verantwortung dafür, konkret an Problemen, die ihm das Leben erschwerten, zu arbeiten. Das Coaching gab ihm die nötige Unterstützung, das bisher als unangenehm Erlebte zu akzeptieren oder es aktiv zu verändern. Harald veränderte nicht nur die Intervalle seiner Mitarbeitergespräche, er veränderte auch im Privaten ein paar Dinge, die er schon seit längerem als störend erlebte.  Nun erkennt Harald, wann es an der Zeit ist „innere Kämpfe“ aktiv zu beenden.

Die eingesetzten Coachinginstrumente waren in diesem Fallbeispiel: Veränderungskreis, strukturiertes Mitarbeitergespräch, Ziele formulieren nach SMART- Formel

Eure

Christine Hartge – Ohlmann

Coach aus Leidenschaft

und Euer

Team von ‚Kommunikation im Fluss‘

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